Adventskaffee 2014

Gerade noch hatten wir einen wunderschönen Herbst mit vielen warmen Sommertagen und nun stecken wir schon mitten in der Vorweihnachtszeit, in der Kerzen und Lichterketten die dunkle Jahreszeit erhellen. Eines dieser Lichtblicke war unser alljährlicher Adventkaffee. Für dieses Jahr hatte Martin zum Adventskaffee in seiner Wohnung eingeladen. Für uns Bremer hieß es nun Fahrgemein-schaften zu bilden. Das war der gerechte Ausgleich, denn sonst fuhren unsere Niedersachsen immer nach Bremen.

 

So kam es, dass sich am zweiten Advent dreizehn Männer auf dem Weg gen Garrel machten, um in Martins Wohnung einzufallen – bewaffnet mit selbstgebackenen Torten, hunderten von Mini-Gugelhupfs, Keksen und anderen Köstlichkeiten. Nachdem wir unseren Süßkram in der Küche abgesetzt hatten, wurden wir im liebevoll weihnachtlich dekorierten Wohnzimmer mit einem Glas Schwuppenbrause (Sekt) begrüßt. Auch an die Autofahrer wurde gedacht – ihr Sekt war alkoholfrei. Das schadete der guten Stimmung aber keineswegs, schnell erschallte aus allen Ecken fröhliches Geschnatter und lautes Lachen. Kaffeeduft zog aus der Küche in unsere Nasen und die ersten Männer holten sich zum „braunen Wasser“ ihre Kuchenstücke dazu. Kurzfristig herrschte eine gefräßige Stille.

Bevor unsere Bäuche zu sehr anwuchsen, durften wir uns das neu eröffnete Café, eine Etage tiefer, ansehen. Betrieben wird es Martins Vermieterin, Maria Kirsch, einer Architektin und Wohndesignerin. Was wir hier zu sehen bekamen, war beeindruckend. Es gab nicht nur das Café "CaféHouse", sondern über zwei Etagen auf vielen aneinander gereihten Zimmern verteilt, Verkaufsräume unterschiedlichster Art. Hier konnte man ausgesuchte individuelle Dekorationen erwerben, angefangen von kleinem Schnickschnack bis hin zu alten Truhen und Schränken. Besonders lustig wurde es in einem Raum, in dem Damenhüte in unterschiedlichster Formen und Farben angeboten wurden. Hier wurden die Männer wieder zu kleinen Jungs, als sie die Hüte aufprobierten. Das Gelächter war groß . . . J

 

Wieder in der Wohnung angelangt begann die übliche Gruppenaufteilung: Ein drittel steht in der Küche, ein drittel sitzt im Wohnzimmer und ein drittel verweilt in der „Raucher-Lounge“ (im großer Windfang des Hauses). Nur die Gruppenzusammensetzung wechselte regelmäßig und somit ergaben sich immer wieder neue Gesprächskreise und -themen. Langweilig wurde es zu keiner Zeit.

 

Als der erste uns verließ, war 19 Uhr längst vorbei. Alle anderen blieben. Erster Hunger machte sich wieder breit (oder war es nur Appetit?). Herzhafte Bockwürste mit Nudelsalat waren nach dem ganzen süßen Zeug genau das Richtige. Frisch gestärkt konnte nun weiter gescherzt, geplaudert oder diskutiert werden. Als sich dann die ersten Gäste wieder auf dem Weg machten, war es schon nach halb zehn. Ein Adventskaffee kann ja soooo lange dauern . . .

 

Die Bremer zogen dann auch kurz darauf von dannen. Wir hatten noch einen weiten Weg durch die dunkle, feuchte Nacht.

 

Schön war es wieder. Wie alle Jahre zuvor. Ungezwungen und locker. Mit Martin seinem Mann an seiner Seite hatten wir gute Gastgeber. Die fast sechs Stunden bei ihm vergingen wie im Fluge. An dieser Stelle: Vielen Dank an Martin, dass wir bei dir sein durften.

 

 

Norbert

 

Erstellt im Dezember 2014


Herbstzeit = Freimarkt = Gay-Night

Die Gay-Night im Hansezelt 2014

 

Bereits vor zwei Monaten hatte ich den Termin für die Gay-Night bekannt gegeben – 27. Oktober. So hatte jeder Mann die Gelegenheit sich rechtzeitig auf diesen Tag einzustellen, wenn er dabei sein wollte.

Für mich war der Abend dieses Mal etwas anders. Helmut war erst am Mittag aus dem Krankenhaus gekommen und noch zu wackelig auf den Beinen, um den Abend auf dem Freimarkt durchzustehen. Somit musste ich mich alleine auf den Weg machen. Gleich an der Straßenbahnhaltestelle traf ich auf Hermann vom Gay-Stammtisch. Damit war schon mal die Fahrt zum Bahnhof nicht langweilig. Nachdem wir uns durch den Bahnhof mit den Menschenmassen gekämpft hatten, sind wir pünktlich um 19:00 Uhr an unserem Treffpunkt angekommen. Es folgten Begrüßungen und Umarmungen sowie bei mir die Frage: „Wie geht es Helmut?“ Ich hätte die Antwort aufs Band sprechen sollen, so oft musste ich sie wiederholen J.

Aus unserer Gruppe hatten sich letztendlich zehn Männer zusammengefunden, zusätzlich einige vom Gay-Stammtisch und Bekannte von unseren  Männern aus der Gruppe. So zog dann bei bestem Wetter – warm und windstill – ein Trupp gut gelaunter Leute über den Freimarkt. Wir kamen auch gut durch die Gänge, denn montags ist nicht der größte Besucheransturm. Als wir kurz vor 20:00 Uhr beim Hansezelt ankamen, hatten wir unsere kleine Runde über den Markt geschafft. Im Zelt traf man gleich auf weitere Bekannte. Sehen und gesehen werden. Unser vereinbarter Treffpunkt im Hansezelt war auch noch frei und somit konnten die ersten Bierchen bestellt werden.

Kurz darauf begann das Programm. Die Show war die gleiche wie im letzten Jahr mit den „Big Maggas“ – begleitet von DJ Björn. Die Band gab ihr Bestes, die Stimmung war gut. Von unserer Seite wurde aber kaum auf die Band geachtet, dafür waren die Smalltalks zwischen unseren Leuten viel zu gut. Alle hatten gute Laune, es wurde viel gelacht und gescherzt. Wozu nicht zuletzt die verschiedenen Drag-Queens und die muskulösen Gogo-Tänzer (die gar nicht so gut tanzten) beitrugen.

 

Schade, dass die „Big Maggas“ schon gegen 22:15 Uhr die Bühne verließen. Der DJ legte noch ein paar heiße Scheiben auf und die drei Gogo-Herren versuchten auch noch mal zu tanzen (sie waren aber schnell aus der Puste J).

 

Nach und nach verabschiedeten sich die ersten aus unserer Gruppe, einige hatten ja auch noch einen weiten Weg vor sich. Aber alle verließen den Freimarkt gut gelaunt. Ein schöner Abend mit der Gruppe, Bekannten und Freunden ging zu Ende.

 

 

Norbert

 

Erstellt im Oktober


Themenabend: Nepal

Es war wieder der zweite Dienstag im Monat: Gruppenabend. Helmut und ich waren wie immer zeitig losgefahren, um pünktlich vor Ort zu sein, damit keiner vor der Tür stehen muss. Nach und nach trafen die Männer ein – in Grüppchen, paarweise oder einzeln. Gut guter Letzt waren wir 19 Männer.

 

Zu Anfang des Abends wurden unsere neue Homepage sowie die dazugehörigen Flyer vorgestellt. Dazu gab es noch ein paar Erklärungen. Aber es waren schon alle auf unseren Seiten gewesen und sind mit dem neuen Aussehen auch gut zu recht gekommen. Bis zur Pause wurden noch persönliche Anliegen der Mitglieder besprochen.

 

Während der Pause wurde von Michael, der in Nepal war, der Beamer vorbereitet. Er hatte sich dazu bereit erklärt über seine interessante Reise in 20 Minuten einen Vortrag zu halten.

 

Michael hatte das Glück einen Nepalesen näher kennen zu lernen und war für den Studenten eine Art Mentor, um sich in Bremen und Deutschland zurechtzufinden. Aus Dankbarkeit wurde Michael von dessen Eltern nach Nepal eingeladen und landete im Juli mit dem Flugzeug in Kathmandu, der Hauptstadt. Weitere Wege führten ihn in die Städte Pokhara und Dharan. Das Land grenzt im Süden an Indien und im Norden an China. In Norden des Landes ist auch das große Faltengebirge, der Himalaja. Im Süden sind die schmalen Ebenen, wo die meisten Einwohner leben

Michael hatte in Nepal viel fotografiert. Die ausgewählten Bilder wurden uns per Beamer gezeigt und uns wurde vieles aus dem Land und den Menschen dort näher gebracht. Auch vergleichende Statistiken zwischen Nepal und Deutschland wurden uns gezeigt und verdeutlichten noch genauer den Unterschied zwischen den beiden Ländern – zwischen arm und reich. Trotz aller Unterschiede hatte ich aber nicht das Gefühl, dass die Nepalesen unzufrieden waren. Ganz im Gegenteil – ich denke, dass sehr viele Deutsche trotz allen Reichtums unzufriedener sind. Wie in allen ärmeren Ländern ist die Kluft zwischen arm und reich groß. Auch in Nepal gibt es „Gated Communities“ (geschlossene Viertel) wie in den USA und mittlerweile auch in Deutschland – in Nepal werden sie „Colony“ (Kolonie) genannt Daneben sind gleichzeitig bescheidene Behausungen.

Die uns beschriebenen Essgewohnheiten sind für uns Europäer etwas gewöhnungsbedürftig. Nach über zwei Wochen Nepal sehnt man sich nach Brötchen und Schwarzbrot. In Nepal isst man zweimal am Tag – und 365 Tage im Jahr – „typical Nepali food“. U. a. gehört dazu Reis wegen der Kohlehydrate sowie rote Linsen wegen des Eiweißes.

 

Ein „Rundflug“ über dem Himalaja war auf den Bildern schon beeindruckend. Wie muss Michael das empfunden haben, als er um den Mount Everest flog. Ich glaube, wenn man all das in Natur gesehen hat, dann hat man die Bilder im Kopf und ein Foto kann nur ein Bruchteil davon vermitteln.

 

Auch der interessanteste Vortrag geht einmal zu Ende, so auch dieser. Eine Stunde dauerte er, aber gefühlt waren es nur 20 Minuten J. Zwischendurch gab es von den Zuhörern (und Zuseher) immer wieder Fragen zu den Bildern und Vergleiche zwischen anderen Ländern. Die Stunde war spannend und verging wie im Flug. Auch wenn es mal kein schwules Thema war, so hat sich dieser Themenabend doch sehr gelohnt. Danke Michael.

 

 

Norbert


Michael hat für diese Seite seine Fotos zur Verfügung gestellt


 

Erstellt im September 2014 


Schwules und tolerantes Ammerland – 

oder 15 Jahre schwuler Stammtisch Westerstede

Es war wieder soweit: Zweiter Samstag im Juli, in Torsholt – man meint hier ist die Welt zu Ende – gab es wieder die „Party der Toleranz“. Sie wird organisiert vom schwulen Stammtisch Westerstede unter der Leitung der Stammtischmutti Dirk und jener Stammtisch feierte heute auch sein 15jähriges Jubiläum. Und was mir besonders gut gefällt: Diese Party beginnt schon um 20:00 Uhr.

 

Um 19:15 Uhr wurden wir beide, Helmut und ich, von zwei lieben Freunden abgeholt. Unterwegs haben wir noch ein Mitglied aus unserer Gruppe aufgelesen, denn schon lange vorher hatte ich in unserer Gruppe ordentlich Werbung für diese Ammerländer Party gemacht. Die Fahrt war wegen der Gespräche kurzweilig, 20:30 Uhr waren wir fünf am Ziel. Doch was war das? Kein Parkplatz, alles belegt. Das hatten wir bisher noch nicht gehabt. Wir mussten auf die angrenzende Wiese zum Parken  ausweichen.

 

An der Kasse bekamen wir den Getränkezettel, auf dem alles was wir an dem Abend verzehren würden, notiert werden sollte. In einem der beiden Säle war es bereits brechend voll. Hier gab es schon etliche Reden anlässlich des 15jährigen Jubiläums.

Da wir diese nicht von Anfang an gehört hatten, schlichen wir uns sogleich in den großen Garten des Lokals. Hier war der Grill bereits aufgebaut und die ersten Würstchen und Steaks lagen schon auf dem Rost. Feine Salate gab es auch dazu. Und das alles zu fairen Preisen. Und dann sahen wir einen großen Tisch, rundherum besetzt mit Männern aus unserer Gruppe inkl. deren Freunde. Nach der herzlichen Begrüßung wurden noch schnell ein Tisch und fünf Stühle ran geholt. Das Dutzend war voll. Da im Hause noch Reden geschwungen wurden, bekamen wir noch rasch unsere Bratwurst mit den Salaten nach Wahl und die freundliche Bedienung brachte uns den bestellten Rotwein. Na dann: Prost, auf einen schönen Abend.

 

Die Reden im Saal waren zu Ende und dementsprechend füllte sich der Garten mit vielen Menschen. Zwischendurch schaute ich mal in den Tanzsaal und bemerkte, dass auch hier die Tische und Stühle besetzt wurden. Da musste ich doch schnell unseren Leuten Bescheid sagen damit wir noch einen Platz bekamen. Gerade noch rechtzeitig ergatterten wir uns den letzten großen Tisch an dem wir zwölf uns setzen konnten. Die bestellten Getränke wurden serviert. Dirk, die Stammtischmutti hielt eine kurze Ansprache und kündigte zur Feier des Tages einen Entertainer an. Der entpuppte sich als guter kurzweiliger Unterhalter, bei dem es viel zu lachen gab. Es war schon 22:30 Uhr als der Show-Mann mit seinem Repertoire und mit dem Schlusslied „100 % Mensch“ fertig war. Und nun sollten wir unser Tanzbein schwingen.

 

Das machten wir dann auch sofort. Die Tanzfläche füllte sich zusehends. Schnell waren unsere T-Shirts und Hemden nassgeschwitzt. Zwischendurch mussten wir immer wieder zum Abkühlen nach draußen. Der Smalltalk mit anderen Gästen kam automatisch. Wir hatten gar nicht auf die Uhr geschaut. Unserer Fahrer meldete sich, um uns zu sagen, dass er um zwei Uhr fahren wolle. Oh Mann wie die Zeit vergeht, wenn man mal nicht selber fahren muss. Wir hatten uns ja auch genug ausgetobt.

Das war wieder eine gelungene Veranstaltung. Zufrieden ließen wir uns nach Hause fahren. Es war dann auch schon drei Uhr durch als wir endlich im Bett waren.

 

An dieser Stelle vielen Dank an das Orga-Team und der Stammtischmutti Dirk, die sicher schon lange vorher viel Arbeit mit der Organisation hatten. Ihr habt eure Sache wieder gut gemacht. Nächstes Jahr sind wir wieder dabei.

 

 

Norbert

 

Erstellt im Juli 2014


Der erste CSD in Cloppenburg

In Frühjahr hörten wir von Martin, dass es in dem katholischen Städtchen Cloppenburg den ersten CSD geben solle. Schnell wurde „gegoogled“ und ebenso schnell wurden die Homepage und ein Bericht dazu von der Nordwest-Zeitung dazu gefunden. Es brauchte gar keine großen Überlegungen; spontan sagte unsere Gruppe zu, dass wir da hingehen sollten, um die Cloppenburger zu unterstützen – zumal auch viele Niedersachsen aus dieser Gegend in unserer Gruppe sind.

 

Am Samstag, dem 28. Juni 2014, 14:45 Uhr, war es soweit: Helmut und ich starteten gen Westen zum CSD. Über die Autobahn und die B213 waren wir schnell am Ziel. Ein Parkplatz in der Nähe des Kundgebungsplatzes war schnell gefunden. Start war am Bahnhof um 16:30 Uhr. Eine freundliche, aufgeschlossene Dame aus dem Örtchen zeigte uns den Weg dorthin und begleitete uns ein Stück des Weges. Von Weitem sahen wir schon etliche von unserer Gruppe stehen. Die Begrüßung war wie immer herzlich. Zehn Männer hatten den Weg nach Cloppenburg gefunden, um dort mit zu demonstrieren. Unser Bollerwagen mit plakativem Aufsatz war schon von Fred, Helmut, Kurt und Martin aufgebaut. Mein Helmut und ich brauchten nur noch unsere Regenbogenfahne abrollen.

 

Pünktlich setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Aus den geplanten und erhofften 50 bis 100 Teilnehmern waren schätzungsweise 400 geworden. Für Cloppenburg eine tolle Leistung. Die Demo-Parade durch die Innenstadt dauerte eine knappe Stunde. Die wenigen Zuschauer waren sehr verhalten, um nicht zu sagen verstört und grimmig, oder standen in weiter Ferne – wir könnten ja ansteckend sein *grins*. Ihnen war das ganze etwas suspekt. Frei nach dem Motto: „Was soll das? Wir haben doch mit denen nichts zu tun!“ Es war sogar eine Gegendemonstration geplant, die aber wieder abgesagt wurde. So gesehen war es sehr wichtig, dass wir einen CSD auf dem Lande hatten; hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

 

Am Kundgebungsplatz angekommen, gab es die Reden von Organisationsteam, aber gut gesprochen. Nicht zu langatmig, aber alles auf den Punkt gebracht. Ein paar Infostände gab es auf dem Platz auch. Und so nebenbei: Der Wetterbericht hatte viele Schauer vorhergesagt, aber bis jetzt waren wir trocken geblieben. Das Ende des Zuhörens haben wir uns mit einer Bratwurst verschönt.

 

Ab 19:00 Uhr nahm im Bernay’s Bistro der DJ seine Arbeit auf. An dieser Stelle ein großes Lob: Es gab ununterbrochen gute Musik – für jeden war etwas dabei. Die Tanzfläche war nach kurzer Zeit schon überfüllt. Diejenigen, die nicht tanzen wollten, rückten unter die vier großen Marktschirme zusammen, denn nun fing es für eine Stunde an leicht zu regnen. Drinnen und draußen herrschte eine gute Party-Abschlussstimmung. Alle waren gut drauf. Als wir gegen 23:00 Uhr langsam den Heimweg antraten, war es immer noch entsprechend voll und laut. Die Polizei hatte wohl ein Einsehen mit uns, denn sie nichts weiter gegen die laute Musik unternommen.

 

Als Helmut und ich wieder um 00:30 Uhr zu Hause an kamen, waren wir noch rundum zufrieden. Für uns war das ein schöner Tag mit einem kleinen, aber feinen CSD und vielen Gesprächen. Schön, dass sich in Cloppenburg ein CSD-Orga-Team gefunden hat. Wir wünschen den Machern für das nächste Jahr wieder viel Erfolg und sagen „Danke schön“ für eure Arbeit.

 

 

Norbert

 

Erstellt im Juni 2014


CSD Nordwest 2014

Der dritte Samstag im Juni. Im Radio gaben sie morgens um 06:30 Uhr die Wettervorhersage durch: Bremen 12 Grad, der Himmel wolkenverhangen, kaum Sonne, Schauerwahrscheinlichkeit 50 Prozent, Höchsttemperatur 17 Grad. „Das kann ja Heiter werden“, dachte ich. Helmut musste noch bis 12:00 Uhr arbeiten. Nach der Morgentoilette zog ich mir unser Gruppen-T-Shirt an, ein bisschen frisch nach dem Wetterbericht, aber was soll’s? Als ich dann um 09:45 Uhr von Fred und seinem Helmut sowie Kurt abgeholt wurde war ich startklar. Die Fahr nach Oldenburg verlief problemlos – um diese Zeit sind noch nicht so viele Fahrzeuge unterwegs. Wir hatten Glück: Unser Parkplatz war derselbe wie im letzten Jahr – vor dem K13, der Sauna. Unser Bollerwagen war schnell aufgebaut, die Luftballons waren schon aufgeblasen und brauchten nur noch an dem Gestänge des Aufbaus angebunden werden. Dann ging es schon zum Sammelplatz in der Rosenstraße. Pünktlich, wie verabredet, waren wir um 11:00 Uhr dort. Der erste aus unserer Gruppe wartete schon. Rundherum wurde das Treiben immer hektischer und bunter. An den LKWs wurde letzte Hand angelegt, immer mehr Lesben und Schwule versammelten sich.

 

Unsere Gruppe wurde nun auch immer größer, bald hatten wir das Dutzend voll. Wir stellten uns hinter dem einzigen Bremer Wagen, dem schwul-lesbischen Fan-Club „Green Hot Spots“. Da alle großen LKWs aus Sicherheitsgründen, damit keiner unter die Räder kommt, mit einem Band, einer Kordel, gehalten von den Wagenengeln, gesichert werden muss, haben wir uns den Gag erlaubt auch unseren Wagen dementsprechend zu sichern. Wie sich später herausstellte war das eine gute Idee, denn wir gingen dadurch allein, gingen nicht in der Menge unter und waren damit gut für alle Zuschauer sichtbar. Bevor es aber los ging gab es für jeden von uns, der wollte, noch ein Glas (Plastikbecher) Sekt und für die Kinder eines schwulen Vaters aus unserer Gruppe entsprechend Apfelsaftschorle. Auch Süßigkeiten gegen „Unterzuckerung“ wurden noch öfter rumgereicht.

 

Kurz nach 12:00 Uhr war es soweit: Der Demonstrationszug mit dem Oldenburger Oberbürgermeister an der Spitze setzte sich in Bewegung – und noch immer war es trocken. Wie jedes Jahr wurde die Parade von vielen Zuschauern und ihren Fotoapparaten bzw. Smartphones begleitet. Zwischendurch schaute sogar die Sonne ab und zu nach uns. Ah, die wärmenden Strahlen taten gut. Der Zug kam relativ gut ohne größere Stopps durch. Einen längeren Halt gab es nur in der Innenstadt, die wie immer mit vielen Regenbogenfahnen geschmückt war. Nach knapp zwei Stunden kamen wir am Schlossplatz an. Und nun war es soweit: Der erste Regenschauer prasselte auf uns nieder. So schnell sich der Platz füllte, so schnell war er wieder leer. Viele hatten sich auch schnell unter die schützenden Dächer der Infostände gestellt – unter anderem, dem des Rat+Tats aus Bremen. Hier traf ich nun meinen Helmut wieder, der zwischenzeitlich angereist war und an diesem Stand mitgeholfen hat, um zu informieren und zu verkaufen. Unseren Bollerwagen hatten wir dieses Mal hier geparkt und war immer wieder Treffpunkt für unsere Gruppenmitglieder.

 

Auf der Showbühne begann nun das Programm. Der erste Redner war ein letztes Mal der Oldenburger Oberbürgermeister, der zur Wahl im September nicht wieder antritt. Es folgte einer der Hauptorganisatoren der LUST e.V., der eine sehr beeindruckende politische Rede von sich gab. Er brachte in den zwanzig Minuten alles auf den Punkt, was in Deutschland und in der Welt noch zu tun ist – und das ist nicht wenig. Die drei Oberbürgermeisterkandidaten/innen stellten sich noch vor, gefolgt von einigen Bands und Sängern, die ein wenig Stimmung machten. Die Schauer zwischendurch taten der guten Stimmung auf dem Schossplatz keinen Abbruch.

 

Es war schon 18:00 Uhr vorbei als sich der Schlossplatz langsam leerte und die ersten Stände mit dem Abbau begannen. So auch der Stand des Rat+Tats. Unsere Gruppe hatte sich auch mittlerweile komplett aufgelöst und die einzelnen Männer sind wieder in alle Himmelsrichtungen nach Hause gefahren. Helmut und ich waren zusammen mit den anderen Helfern mit dem Abbau auch bald fertig und konnten somit bald unsere Heimreise antreten.

 

Es war wieder ein schöner, aber auch ein anstrengender CSD, der 20. in Oldenburg. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nächstes Jahr am dritten Samstag im Juni wieder als Gruppe dabei sein werden. Ich freue mich darauf.

 

 

Norbert


Erstellt im Juni 2014


Themenabend

Frauen Initiative TANGIERT

 

 Viele von uns Männern, die sich spät outen, sind auch verheiratet – mit einer Frau. Mitunter kommt es vor, dass wir einige dieser Frauen kennen lernen. So war es auch mit Katja, zu der wir (Helmut und ich) durch einige Gespräche einen guten Kontakt bekamen (und natürlich auch zu ihrem Ehemann). Aber nur eine von einem schwulen Mann betroffene Frau weiß wie es einer anderen betroffenen empfindet. Nach einiger Recherche stieß Katja im Internet auf die bundesweit arbeitende  Frauenselbsthilfegruppe Tangiert. Die für Bremen am nächsten gelegenen Gruppentreffen finden in Bielefeld und Münster statt – ein bisschen weit für ein Treffen. Daraus entstanden Überlegungen eine eigene Gruppe zu gründen.

 

Wir wissen schon, dass einige dieser Frauen, die bundesweit agieren sehr rigoros gegenüber ihren (Ex) Männern sind und haben zur Vorsicht geraten. Katja konnte unsere Bedenken nachvollziehen. Zum Wohle der Kinder und auch zum eigenen Wohl ist es besser gemeinsam über die meist getrennte Zukunft zu entscheiden, auch wenn es gerade am Anfang nicht leicht ist. Das sehen Katja und Heike als gemeinsame Gruppenleitung genau so. So ist es möglich gute Gespräche zu führen – ohne Hass. Verletzungen gibt es schon genug auf beiden Seiten, wenn es zu einer Trennung kommt, da muss man sich nicht noch weitere zuführen.

 

In Katja und Heike sehe ich nun für uns Partnerinnen, die anderen Paaren helfen wollen, sei es nun im Speziellen bei ihnen die Frauen, wie bei uns den Männern. Ich sehe uns als Ergänzung. Vom gegenseitigen Verstehen können wir profitieren. Man sollte nie den Respekt voreinander verlieren.

 

Zu dem gestrigen Gruppenabend wurde nun Katja eingeladen, um über sich und ihrer neuen Gruppe zu sprechen. Sie tat das in einer sehr angenehmen Art und Weise. Voller Emotionen, aber ruhig und sachlich erzählte sie ihre Geschichte und 17 Männer hörten ihr aufmerksam zu. Ihr Mann, der auch zugegen war wird sich sicher nicht sehr wohl gefühlt haben, aber er kennt ja seine Frau – ein wenig *schmunzel*. Bei allem Ernst der Lage fand ich es bewundernswert, wie Katja argumentierte. In den üblichen Gesprächen nach dem offiziellen Gruppenabend, gab es für Katja nur anerkennende Zustimmung. Für den Start ihrer Gruppe am 19. März 2014 wünschen wir ihr viel Erfolg. Sie treffen sich regelmäßig jeden 3. Mittwoch im Monat, 20:00 Uhr, im Rat und Tat Zentrum Bremen.

 

Auf der Homepage vom Rat und Tat Zentrum Bremen ist nun folgender Text zu dieser Gruppe zu finden:

 

TANGIERT ist eine ehrenamtlich organisierte Selbsthilfegruppe für Frauen – meist mit Kindern – deren Partner sich im Zusammenleben in der Familie als schwul oder bisexuell bekennen.

Die gesamte Lebenssituation für uns Frauen befindet sich dadurch im Umbruch. Um das Alleinsein mit dieser Problematik zu unterbrechen, treffen wir uns regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und zum Kennenlernen. 
Wir versuchen, uns trotz Verlust und gesellschaftlicher Isolierung, gegenseitig Unterstützung zur Neuorientierung zu geben. Wir bilden ein Netzwerk, um die Isolation durch das gesellschaftliche Umfeld, in der Gesamtfamilie und Nachbarschaft, im Bekanntenkreis und Beruf zu mildern.
Wir ermutigen uns, Lebensmodelle zu finden und zu realisieren, die flexibler an den individuellen Bedürfnissen orientiert sind als die üblichen »Entweder/oder«-Lösungen und sowohl Nähe als auch Distanz zulassen.
Wir unterstützen uns bei individuellen Lösungen und Perspektiven für jede einzelne Frau. Wir beraten uns in Krisensituationen und bestärken uns gegenseitig in spontanen Kontakten wie Telefonaten und Besuchen. Wir leben in unterschiedlichen Beziehungsmodellen und Phasen und lernen dadurch voneinander.
Beim Gruppentreffen erleben viele Frauen erstmals, dass sie in dieser Situation nicht allein sind, dass sie über ihre Gefühle sprechen können und dass sie verstanden werden.

 

Wenn eine betroffene Frau zu Katja Kontakt aufnehmen möchte, dann kann sie das unter der E-Mail tangiert-bremen@gmx.de

 

Katja hatte uns nach ihren Ausführungen wieder verlassen und somit waren wir Männer wieder unter uns. Nach ein paar kleineren Gesprächen und der Pause kamen wir zum zweiten Teil des Gruppenabends.

 

 

Und weiter ging’s mit dem Thema:

 

Pädophilie

 

 

Michael lag das Thema Pädophilie – bedingt durch den Fall Edathy – am Herzen. Er hatte dazu ein Interview aus dem Spiegel vorgelesen. Rasch kam eine Diskussion, wie von ihm beabsichtigt, zustande. Wir alle waren uns aber auch schnell einig, dass Pädophilie eine sexuelle Spielart ist, die man nicht ausleben darf. Kinder können sich nicht wehren und sind bedingungslos zu schützen. Missbrauch von Kindern ist zu betrafen, denn Kinder leiden darunter ein Leben lang. Schlimm ist die Tatsache, dass in weiten Teilen der Weltbevölkerung – auch zum Teil in Deutschland – Homosexualität und Pädophilie gleich gesetzt werden. Da bedarf es dringend Aufklärung. Man geht davon aus, dass ein Prozent der Männer Pädophiliesten sind und davon sind die meisten heterosexuell.

 

Erschreckend ist aber auch die Tatsache, dass es pädophil veranlagten Männern leicht gemacht wird. Trotz Datenschutz wird über Facebook, Twitter & Co. viel Bildmaterial gepostet. Da sind z.B. die Urlaubsfotos von den Kindern am Strand, die von unbedarften Eltern offen ins Internet gestellt werden. Wir alle müssen hier sehr viel sensibler sein. Achtet darauf, was ihr ins Internet stellt, denn das Netzt vergisst nie. Seit aufmerksam und schützt eure und andere Kinder. Dabei darf man aber auch nicht überreagieren und Kinder nur noch in geschlossener Kleidung zum Strand lassen. Ein wachsames Auge auf seine Kinder ist immer angebracht, egal wo.

 

Vielen Dank an Michael für diese interessante Diskussionsrunde. Nach dem Ende des offiziellen Gruppenabends wurde noch so einiges im Café Kweer „durchgekaut“, was dem einen oder anderen noch am Herzen lag. Es wurde nicht langweilig und es war schon fast Mitternacht als die letzten gingen.

 

 

Norbert


Erstellt im März 2014


„Freier Fall“ – Coming-out bei der Polizei

DVD-Abend 2014

 

 

Der Spielfilm „Freier Fall“ war zu Ende und ich dachte: „Diesen Film müsste ich noch einmal sehen!“ Ein Film in dem man sich an vielen Stellen zum Teil selbst wieder erkennt.

 

Zu 19:30 Uhr hatten wir (Helmut und ich) wieder unsere Gruppe zum DVD-Abend eingeladen. Bis dann der letzte Gast erschienen war, war es bereits 20:00 Uhr. So ist es eben – mache brauchen zum Ausgehen und Aussehen etwas länger *grins*. Für das leibliche Wohl hatten einige unserer Gäste gesorgt: Schön angerichtete Canapés, belegt mit Lachs und vielen anderen Köstlichkeiten, dazu reichlich Brote mit Bruschetta inkl. Knoblauch *hmmm*, nicht zu vergessen die Berge von Süßigkeiten und Knabberzeug. Nachdem alle mit Essen und Getränken versorgt waren, konnte der Film endlich beginnen.

 

Der Inhalt:

Karriereaussichten bei der Bereitschaftspolizei, Nachwuchs unterwegs, die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert: Marcs Leben ist gut eingerichtet. Doch dann lernt er bei einer Fortbildung den Kollegen Kay kennen. Beim gemeinsamen Lauftraining erfährt Marc ein neues Gefühl von Leichtigkeit – und wie es ist, Gefühle für einen Mann zu entwickeln.

 

Hin- und hergerissen zwischen der ihm vertrauten Welt und dem Rausch der neuen Erfahrung gerät ihm sein Leben zusehends außer Kontrolle. Im freien Fall kann Marc es niemandem mehr recht machen. Am wenigsten sich selbst. Als bei der Polizeieinheit schließllich bekannt wird, dass Kay schwul ist, der daraufhin gemieden, homophob beleidigt und am Ende von den Kollegen verprügelt wird, bricht auch Marcs Lügengebilde zusammen…

 

"Freier Fall" ist junges, kraftvolles Kino aus Deutschland. Ohne zu werten oder seine Figuren zu verurteilen, erzählt Stephan Lacant in seinem ersten Spielfilm das Drama eines Mannes, der aus seiner überschaubaren Welt fällt. Die fulminanten schauspielerischen Leistungen von Hanno Koffler ("Die Nacht vor Augen"), Max Riemelt ("Napola", "Die Welle", "Im Angesicht des Verbrechens") und Katharina Schüttler ("Sophiiiie!") vermitteln auf emotionale Weise, was es heißt, wenn Lebensentwürfe zu Bruch gehen und es keinen Weg mehr gibt, den Menschen, die man liebt, gerecht zu werden. (cw/pm)

 

Der Film war zu Ende und es war erst einmal ruhig. Es gab ein offenes Ende und jeder ging noch kurz seinen eigenen Gedanken nach. Diejenigen von uns, die früher ein hetisches Leben hatten, konnten viele der gespielten Szenen nachvollziehen, unsere „rein“-schwulen Freunde hatten möglicher Weise da mehr Schwierigkeiten. Auch die Anfeindungen gegenüber Schwulen von einigen Macho-Polizisten wurden gut dargestellt. Es wurde deutlich gemacht, dass das Schwulsein doch nicht immer so einfach ist. Nach wie vor müssen wir um die Selbstverständlichkeit unserer Sexualität kämpfen.

 

Dazu noch ein kleiner Auszug aus Queer.de:

Der Verband lesbischer & schwuler Polizeibediensteter in Deutschland (VelsPol) kann davon ein Klagelied singen. Der Landesverband VelsPol Baden-Württemberg e.V. hat eine Untersuchung veröffentlicht, nach der unter den 28.408 Polizeibeschäftigten in diesem Bundesland ca. 2.841 lesbisch oder schwul sind. "Rund 52 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sprechen nicht mit Kolleginnen und Kollegen über ihre sexuelle Identität. 65 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sprechen nicht mit Führungskräften über ihre sexuelle Identität. 48 Prozent der Führungskräfte sprechen nicht über ihre sexuelle Identität." Das führt laut VelsPol zu Ängsten, Vorurteilen, Depressionen, Belästigungen und Scheinleben.

 

Nun konnte wieder gegessen, genascht und getrunken werden, ohne dass es die anderen störte. Andere Themen kamen auf – der Gesprächsstoff ging nicht aus. Ein Thema folgte dem anderen. Nach und nach wurde unser Kreis kleiner, die ersten Gäste brachen auf – einige hatten auch noch einen weiten Weg vor sich. Gegen 02:30 Uhr waren dann auch die letzten müde, satt und zufrieden auf, um nach Hause zu gelangen. Es war ein schöner Abend . . .

 

 

Norbert

 

Erstellt im März 2014


Kohltour 2014

Nach langer Vorbereitungszeit war es am 8. Februar so weit: Die Kohltour 2014 unserer Gruppe konnte starten. Wie in den Jahren zu vor wurde sie von Fred organisiert und bei ihm zu Hause ausgerichtet.

 

Wir Bremer trafen uns rechtzeitig an dem Bahnsteig von wo unsere Zugfahrt nach Osterholz-Scharmbeck starten sollte. Es dauerte nicht lange bis wir wieder aus dem Zug aussteigen konnten. Schon beim Aussteigen sahen wir den Rest unserer Gruppe, die hier wohnten bzw. direkt hier her gefahren waren – der reichlich mit Alkohol und Snaks bestückte und mit frischen Kohlblättern geschmückte Bollerwagen mitten unter ihnen. Nach ausgiebigen Begrüßungsriten konnte Fred endlich das Zeichen zum Aufbruch geben.

Die Strecke führte uns aus dem Ort hinaus vorbei an Bauernhöfen, Äckern und Weiden. Bei einem der Höfe war ein großer offener Kuhstall zu sehen. Die Kühe schauten uns mit ihren großen Kulleraugen an – wir gafften zurück. Kommunikation unter Säugetieren J

 

Weitere Gruppen waren mit ihren Bollerwagen unterwegs. Es wurde kurz geplaudert, gescherzt und gemeinsam ein Schnäpschen getrunken. Wir wurden leider nicht nur von innen feucht, sondern auch von außen. Es nieselte ununterbrochen. Norddeutsche graue Winter. Leicht fröstelnd kamen wir nach gefühlten zwölf Stunden an unser Ziel – Freds Haus – an.

 

Drinnen konnten wir uns bei Kaffee und Tee erst einmal aufwärmen. Die lange Tafel war schon mit Tellern und Besteck gedeckt. Es dauerte auch nicht lange bis der Fleischer mit allen Köstlichkeiten kam. Daraufhin bog sich der Tisch unter Last der Kohlschüssel, Pinkel und Mettwürsten sowie Kassler und Bauchspeck. Wie gut, dass der Kohl viel Vitamin C haben soll, sonst wäre das Essen fast ungesund J

 

Nach dem Essen saßen wir alle nun mit dicken Bäuchen am Tisch. Die Unterhaltungen wurden immer lebhafter und lauter. Eine fröhliche Runde war es. Die Zeit verging wie im Fluge. Bald schon ging es auf Mitternacht zu. Die Zugfahrer mussten nun zum Bahnhof laufen und der Rest machte sich auch auf dem Weg. Ein schöner Tag ging zu Ende. Ein Dankeschön an Fred als Gastgeber für die Organisation und Ausrichtung der Tour und des Essens.

 

 

Norbert

 

Erstellt im Februar 2014